Nieuwe Wilden: deutscher Neoexpressionismus in den achtziger Jahren

Nieuwe Wilden: deutscher Neoexpressionismus in den achtziger Jahren

Unter den Titeln Wilde und Neue Wilde präsentieren das Groninger Museum und das Museum de Fundatie im kommenden Frühjahr eine Doppelausstellung, die sich dem deutschen Expressionismus im 20. Jahrhundert widmet. Im Mittelpunkt der Ausstellung im Groninger Museum steht der Neoexpressionismus der achtziger Jahre.

Neue Wilde

So brutal und heftig wie Punk die Popmusik erschütterte, so manifestierte sich auch der „Neoexpressionismus“ in der bildenden Kunst. In den sechziger und siebziger Jahren bestimmten abstrakte und konzeptionelle Strömungen die internationale Kunst, weshalb niemand erwartet hatte, dass die figurative, expressionistische Malerei ein derartiges Comeback erleben sollte. 
Zwar fand diese Entwicklung in mehreren Ländern gleichzeitig statt, doch nirgends war sie so überwältigend wie in Deutschland bzw. im ehemaligen Westdeutschland, wo in mehreren Städten lebendige Zentren entstanden, in denen junge Künstler im Austausch und Wettbewerb miteinander rohe, provokative und humoristische Bilder schufen. Dabei ließen sie sich teilweise vom Expressionismus des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts in Deutschland inspirieren, während andere Künstler mit unverhohlenem Sarkasmus das so genannte „Bad Painting“ betrieben. Das Groninger Museum war eines der ersten Museen in den Niederlanden, das Exponate dieser Strömung in großem Maßstab sammelte. 

Neue Wilde mit Werken von u.a. Walter Dahn, Martin Kippenberger, Helmut Middendorf, Ina Barfuss, Peter Bömmels, Werner Büttner, Albert Oehlen, Bettina Semmer, Volker Tannert, Thomas Wachweger und Bernd Zimmer wurde ursprünglich vom Städel Museum in Frankfurt zusammengestellt und bietet erstmals einen zusammenhängenden Rückblick auf dieses Phänomen.

Neue Wilde. Deutscher Neoexpressionismus in den achtziger Jahren ist vom 30. April bis zum 23. Oktober 2016 im Groninger Museum zu sehen. Neue Wilde wurde vom Städel Museum in Frankfurt am Main zusammengestellt.

http://www.groningermuseum.nl

Abbildungen: The Birth of the Mülheimer Freiheit, Archiv Paul Maenz, Berlin. First Painting of the Wall, Städel Museum, Frankfurt am Main.

Diese Seite teilen